Der Landkreis kippt den Neubau von Radwegen

27.01.12
Kategorie: Radverkehr

Lieber Straßen sanieren als neue Radwege bauen

Im Fürstenfeldbrucker Tagblatt vom Wochenende 21.22. Januar 2012 stand zu lesen, dass bei der ersten Etatberatung für den Kreishaushalt der Neubau von Radwegen vorerst eingestellt wird.

Unsere Meinung dazu, haben wir in dem nachstehenden  Leserbrief an das Tagblatt kund getan.

Leserbrief (von Peter Dreisow)

Es ist blamabel, welchen Stellenwert der Radverkehr in unserem Landkreis hat. Wenn man den Zahlen in dem Bericht glauben schenken darf, werden in den nächsten Jahren ca. 5 Millionen Euro für den Straßenausbau ausgegeben, dagegen stehen lächerliche 17.000 Euro für den Radwegebau. Wenn man dann noch lesen muss, dass der Radwegebau nicht aufgehoben ist, sondern nur aufgeschoben wird, fragt man sich wie lange. Bis zum Sankt Nimmerleinstag? Mit der Entscheidung in nächster Zeit nichts für den Radwegeausbau zu investieren, hat sich die Mehrheitsfraktion im Kreistag nicht mit Ruhm bekleckert. Besonders im Hinblick auf das Klimaschutzprotokoll von Rio, welches vor 20 Jahren unterzeichnet wurde. An dieses Ereignis soll in unserem Landkreis mit Aktionen und Vorträgen erinnert werden. Unser Kreistag hätte mit einem Leuchtturmprojekt hier ein Zeichen setzen können. Doch nichts dergleichen. Man darf auch gespannt sein, was in der Leitbilddiskussion zum Thema Mobilität - Radverkehr- ausgesagt wird.

Es ist daran zu erinnern, dass schon im Jahr 1991 vom Landratsamt, mit Unterstützung des ADFC Fürstenfeldbruck, ein Radwegeplan erstellt wurde, in dem der Ausbau von Radwegen mit Prioritäten festgehalten ist. Dieser Plan hat durch die Entscheidung des Kreistages wohl nun das zeitliche gesegnet.

Was wir schon lange vermutet haben und nun wieder durch die Mehrheitsfraktion im Kreistag bestätigt wurde: der Radverkehr hat in unserem Landkreis keine hohe Priorität. Damit liegen sie auch auf der traurigen Linie mit dem Bundesverkehrsminister Dr. Ramsauer.

Der Stellenwert des Radverkehrs in unserem Landkreis zeigt sich auch dadurch

- dass offensichtlich keine Radverkehrsprojekte in der Schublade des Landkreises liegen, die man mit Fördermitteln des Freistaates realisieren könnte

- dass keine Mittel für den Radverkehr, gemessen an den Aufwendungen für den Straßenbau, kontinuierlich im Kreishaushalt (mind. 1/5 des Straßenbudgets) eingestellt werden

- dass es keinen Radverkehrsplan für den Landkreis gibt (gemessen am Vorbild Stadt Fürstenfeldbruck)

- dass es keinen Radverkehrsbeauftragten im Landratsamt gibt (Vorbild Stadt Fürstenfeldbruck. Landkreis Starnberg!)

- dass an etlichen Landkreisschulen und Einrichtungen des Landkreises die Fahrradabstelllanlagen unzumutbar sind

- dass die Förderung des Radtourismus im Landkreis nicht stattfindet (keine Mitgliedschaft im Projekt Münchner Umland)

- dass keine Kommunikation-Information-Werbung für den Radverkehr seitens des Landkreises erfolgt (Beispiel Stuttgart www.stuttgart.de/fahrrad)

- dass bei Fortbildunsgveranstaltungen/Seminaren (z.B. der Fahrradakademie) Vertreter anderer Landratsämter eher anzutreffen sind, als aus unserem Landratsamt

Aus dieser Erkenntnis heraus wird der ADFC Kreisverband Fürstenfeldbruck sein ehrenamtliches Engagement für den Landkreis bezüglich Radverkehr auf den Prüfstein stellen.

Gottseidank sind etliche unserer Städte und Gemeinden dem Radverkehr wesentlich aufgeschlossener, so dass uns unser Engagement für den Radverkehr für diese Sinn macht und auch von Erfolgen gekrönt wird.


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