Reflektierendes Schild: Abstand 1,5 Meter

Viele Radler klagen darüber, dass sie oft zu dicht von Kraftfahrzeugen überholt werden und dass sie deshalb ungern auf der Fahrbahn fahren. In derderzeit gültigen Straßenverkehrsordnung (StVO) ist „ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern“ gefordert. Ein solcher Seitenabstand wurde leider in der StVObisher nicht zahlenmäßig festgelegt, aber in einer Novelle zur StVO soll er bis Dezember 2019 verbindlich werden. Mittlerweile hatte sich in der deutschen Rechtsprechung schon ein Mindest-Abstand von 1,5 m durchgesetzt. Auf dem Schild zu erkennen: Der Abstand wird ab Außenkante des Lenkers gemessen und nicht etwa ab Mitte des Fahrrades. Unmissverständlich wird jedem von hinten kommenden Autofahrer gezeigt, welcher Sicherheitsabstand einzuhalten ist. Nicht jeder Radler möchte ständig mit einer „Pool-Nudel“ unterwegs sein. Aber unser Schild kann man ohne besondere Mühe ständig mitführen. Es hat nach den Aussagen vieler Nutzer eine spürbare Wirkung. Um ein solches Info-Schild am eigenen Fahrrad anzubringen, braucht man keinerlei Genehmigung. Wenn nur genügend viele Radler ein solches „mobiles Schild“ mitführen würden, bräuchte sich der ADFC nicht mehr anzustrengen, um Gemeinden zur Aufstellung von Schildern mit ähnlichem Inhalt an den Straßenrändern zu veranlassen.

Das reflektierende Schild aus Aluminium mit den Maßen 23 cm x 18 cm kann mit beigefügten Kabelbindern am hinteren Fahrradkorb befestigt werden und wird von vielen Radlern geschätzt. Es kostet 10,00 Euro und kann beim ADFC Germering unter abstand(..at..)t-online.debestellt werden. Versandkosten auch für mehrere Schilder 2,00 Euro.

Eine Gefährdung kann ein Radler aber nicht nur durch überholende, sondern auch durch parkende Fahrzeuge erleben, an denen er entlangfährt und bei denen eine (Fahrer)-Tür unachtsam geöffnet wird. Wegen der Türbreiten mancher Kfz von 0,8 - 0,9 m wird von Gerichten ein Abstand von 1 m (ab Lenkeraußenkante) zu den geparkten Fahrzeugen als angemessen beurteilt, um eine Selbstgefährdung des Radlers auszuschließen. Dieses Maß und der auf dem Schild geforderte Überholabstand von 1,5 m werden in der Regel dazu führen, dass ein Radler von einem Kfz nur dann überholt werden kann, wenn die Gegenfahrbahn frei ist. Da dies manchen Kfz-Fahrern nicht klar ist, wünschen wir uns viele Radler, die selbstbewusst, aber dennoch defensiv und aufmerksam am Straßenverkehr teilnehmen. Solche Radler gefährden sich selbst weniger als jene, die sich möglichst klein und schmal machen und damit ausdrücken, dass sie sich quasi dafür entschuldigen möchten, einen Teil der Straßenfläche zu beanspruchen.

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